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Leben aus dem Herzen

Leben aus dem Herzen

Leben aus dem Herzen

Geduld mit uns selbst und unserer eigenen Entwicklung ist der Schlüssel zu einem Leben aus dem Herzen. Wir können im Herzen sein, ohne etwas über den Ausgang einer Situation zu „wissen“. In der Tat ist die Bereitschaft, „ohne Wissen zu sein“, eine ganz wesentliche Voraussetzung, um im Hier und Jetzt für unsere Erfahrung präsent zu sein. „Wissen“ bezieht sich fast immer auf die Vergangenheit. Wenn wir nicht mehr wissen müssen, können wir in diesem Moment verweilen.

In unserer Gesellschaft wird „tun“ mehr geschätzt als „sein“. Unser Selbstbild beruht mehr auf dem, was wir tun, als auf dem, was wir sind. Wenn wir mit „Machen und Tun“ beschäftigt sind, leben wir in der Regel in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Manchmal ist das unvermeidlich. Aber wenn wir die meiste Zeit in diesem Raum verbringen, erleben wir nur selten inneren Frieden.

Innerer Frieden stellt sich ein, wenn wir einmal tief durchatmen und einfach jetzt „da“ sein können. Frieden stellt sich ein, wenn wir erkennen, dass wir weder unsere aus der Vergangenheit stammenden Ängste in diesen Augenblick mitnehmen noch Entscheidungen über die Zukunft fällen müssen. Frieden ist immer „jetzt“. Frieden stellt sich ein, wenn wir im Herzen verweilen können, ohne „wissen“ oder „tun“ zu müssen.

Das Leben ist so viel einfacher ohne diesen Druck. Es ist dann viel leichter, die gegenwärtige Erfahrung anzunehmen und zu verdauen. Es ist nicht nötig, dem Geschehen Widerstand zu leisten oder sich davor zu schützen. Wir müssen es nicht rationalisieren und erklären. Wir müssen nicht wissen, was es bedeutet. Wir können einfach damit sein, können es sein lassen und willkommen heißen.

Im Herzen zu sein ist eine Lebensweise, die sich völlig von unserem gewohnten Lebensstil unterscheidet. Es ist eine langsamere, einfachere Gangart. Wenn wir denken, denken wir praktisch. Wir sind mehr „geerdet“. Abstraktes Denken hat dann wenig Raum in unserem Leben, weil es uns vom gegenwärtigen Augenblick entfernt. Und wenn wir handeln, dann ist unser Handeln nicht ambivalent oder willkürlich. Wir folgen nicht blind einer Reihe von Regeln. Wir handeln, weil es sich in diesem Augenblick gut und richtig anfühlt zu handeln.

Diese Art zu sein ist ganz und gar unkompliziert. Es gibt keine großen Dramen, keine Träumereien, keinen Perfektionismus und keine Vermutungen. Wir gehen unseren Weg, so gut wir können, und vertrauen. Wir wissen, dass mehr einfach nicht möglich ist. In diesem Augenblick unser Bestes zu tun, ist genug und muss genug sein. Das heißt nicht, dass wir keine Fehler machen. Natürlich machen wir Fehler, aber sie sind nicht unsere Feinde, sondern unsere Freunde. Sie helfen uns, den richtigen Weg zu finden. Sie geben uns die Möglichkeit, es das nächste Mal besser zu machen. Wir fühlen uns nicht schuldig und verstecken uns nicht, wenn wir irren. Wir schämen uns nicht und fühlen uns nicht abgelehnt. Wir bleiben aufrecht stehen und sagen: „Danke, dass du mich darauf hingewiesen hast.“         

Ein selbstbewusster Mensch schämt sich weder für seine eigenen Fehler, noch fühlt er sich überlegen, wenn andere Fehler machen. Er akzeptiert sich so, wie er in diesem Augenblick ist. Und er akzeptiert andere, wie sie sind. Geistige Gesundheit entspringt einer einfachen, würdevollen Art zu leben. Sie beruht auf der Achtung für sich selbst und andere. Sie resultiert aus dem Sein im gegenwärtigen Augenblick. Sie stellt sich ein, wenn wir auch dann im Herzen bleiben, wenn sich das Leben anders zeigt, als wir es erwartet haben.

Wenn wir im Herzen bleiben, wissen wir, dass niemand „in Ordnung“ gebracht werden muss. Wir müssen nicht versuchen, uns selbst oder andere zu verändern. Spiritualität leben bedeutet: Akzeptieren des Seins von Augenblick zu Augenblick.

Das Paradies ist in unseren Herzen, aber das heißt nicht, dass es leicht zu finden ist. Zunächst es, alles zu akzeptieren, was sich in unserer Erfahrungswelt manifestiert. Wir müssen unsere Beziehungen, alle unsere Gedanken und Gefühle so akzeptieren, wie sie jetzt sind. Alles willkommen heißen, es umarmen – wenn auch vielleicht zögernd; damit leben, damit sein, damit atmen, damit „fließen“, wohin es auch fließt.

Das erfordert totale Präsenz, totale Aufmerksamkeit, Geduld und Liebe. Und wenn wir all das gegeben haben, öffnet sich ein klarer Raum in unseren Herzen. Da ist Stille. Und in diesen stillen Raum dringt die Antwort ein wie Luft in ein Vakuum. Es ist vielleicht nicht die endgültige Antwort, wohl aber die Antwort für diesen Augenblick. Sie weist uns auf den nächsten Schritt hin. Sie zeigt uns, wie wir weitergehen können. Und mit der Antwort, die in die Stille des Herzens dringt, kommt die spirituelle Dimension in unser Leben. Wenn wir den Raum nicht öffnen, kann uns die Antwort aus der geistigen Welt nicht erreichen.

Wenn wir still werden, begreifen wir, dass diese Antwort nicht aus unserem begrenzten, furchtsamen Ego-Bewusstsein kommt. Sie kommt aus dem göttlichen Geist, aus jenem Teil unseres Selbst, der mit der allumfassenden Liebe verbunden ist und nicht an unserem Drama des Leidens teilhat. Also warten wir. Wir schieben unsere einseitige Lösung beiseite und warten auf die Lösung, die alle Wesen gleichermaßen würdigt. Wir beugen uns dem Einen, dem Wissenden, das in unserem Innern und dennoch außerhalb unserer Begrenzt-heit existiert. Wir warten auf die Geburt des Christusbewusstseins in unserem Herzen.

Wir halten den Raum bedingungsloser Liebe und Akzeptanz aufrecht, indem wir sanft und freundlich mit uns selbst und anderen umgehen und unsere Erfahrung, so wie sie sich jetzt und hier zeigt, annehmen und respektieren. Diesen Raum aufrecht zu erhalten ist leichter gesagt als getan. Es ist eine große Herausforderung, weil es so anders ist als alles, was man uns beigebracht hat. Wenn ich den liebevollen Raum für mich selbst aufrechterhalte, werde ich still und nehme meine Gedanken und Gefühle bewusst wahr. Ich werde auch meiner Urteile über das gegenwärtige Geschehen gewahr. So höre ich beispielsweise die kritische innere Stimme, die zu mir sagt: „Wenn du spiritueller wärst, würdest du nicht wütend werden.“

Ich lasse alle inneren Stimmen zu Wort kommen und nehme sie bewusst an. Ich bewerte sie nicht als gut oder schlecht. Ich erkenne einfach an, dass sie da sind. Wie viele Schichten der Selbstverurteilung auch zu Tage treten mögen, ich akzeptiere sie alle, Eines der größten Hindernisse auf unserem Weg zu bedingungsloser Selbstannahme ist unser Bedürfnis, andere Menschen für unsere Gedanken, Gefühle oder Erfahrungen verantwortlich zu machen.

Wir können den Raum der Liebe und Akzeptanz nicht für uns aufrechterhalten, solange wir andere beschuldigen. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns in der Stille unserer verschiedenen Methoden, andere zu beschuldigen, bewusst werden und einfach unsere ganze Wut und Verletztheit wahrnehmen. Wir gehen durch diese Schichten von Scham und Schuld hindurch, bis wir in einen leeren Raum gelangen. Dort können wir uns direkt mit unseren Gefühlen konfrontieren, ohne andere dafür verantwortlich zu machen. Hier können wir andere von der Verantwortung entbinden und unsere Gefühle liebevoll annehmen.

Es ist unser Ziel, uns mit unseren Bewusstseininhalten konfrontieren zu können, ohne sie zu beurteilen oder zu verurteilen und eine mitfühlende Haltung zuerst uns selbst und dann anderen gegenüber zu entwickeln. Ironischerweise werden uns unsere Urteile sofort bewusst, sobald wir den Wunsch nach bedingungsloser Liebe und Akzeptanz verspüren.

Damit wir im Herzen sein können, müssen wir den ständigen Strom der Urteile über andere nicht aufhalten, sondern ihn lediglich wahrnehmen. Gewahrsein hilft uns, mehr in die Tiefe zu gehen, Verantwortung übernehmen. Je deutlicher wir unsere Urteile wahr-nehmen, desto klarer erkennen wir, dass sie kaum etwas mit den Menschen zu tun haben, über die wir urteilen, wohl aber eine Menge mit unserer Einstellung zu uns selbst. Jedes Mal, wenn uns ein Urteil in den Kopf kommt, sagen wir uns: „Ich weiß, dass es nichts mit dir zu tun hat — es hat mit mir zu tun.“

Auf diese Weise übernehmen wir Verantwortung für die Inhalte unseres Bewusstseins und entbinden die anderen von dieser Verantwortung. Jetzt sind wir fähig, uns direkt mit unserem Selbsthass zu konfrontieren. Jetzt können wir deutlich sehen, welche Anteile unserer Persönlichkeit wir nicht akzeptieren können. Andere Menschen sind nur Spiegel. Sie lassen uns erkennen, wie wir uns selbst verurteilen.

Indem wir anerkennen, dass unser Urteil unserem Bewusstsein entspringt, erkennen wir, dass sich ein bestimmter Teil von uns nicht geliebt und akzeptiert fühlt. Dieser Teil unserer Persönlichkeit urteilt über andere und — was vielleicht noch wichtiger ist — fühlt sich verurteilt. Wo geurteilt wird, entsteht eine Spaltung, ein Konflikt in unserem Bewusstsein.

– Jeder von uns ist verantwortlich für alles, was er denkt, fühlt und tut.

 – Jedes Urteil, das wir über einen anderen Menschen fällen, weist auf einen Aspekt  unseres Selbst hin, den wir noch nicht akzeptieren und lieben können.

 – Es liegt in unserer Verantwortung, alle Anteile unseres Wesens anzunehmen und  zu lieben besonders die, welche sich ungeliebt und nicht liebenswert fühlen.

Verschiedene Aspekte meines Selbst stehen miteinander im Widerstreit und müssen so, wie sie sind, akzeptiert werden. Indem ich akzeptiere, löse ich den Konflikt nicht. Ich sehe ihn einfach und erkenne seine Existenz an. Zunächst wird lediglich meine mitfühlende Aufmerksamkeit auf diesen Bereich gelenkt. Und das wirkt bereits heilend. Das allein genügt, um mich mit der Liebe zu verbinden. Wenn es uns gelingt, diese einfachen Wahrheiten in unseren Alltag zu integrieren, können wir liebevollere Beziehungen zu uns selbst und anderen aufbauen. Und zwar nicht nur dann, wenn wir mühelos durchs Leben „schweben“ und uns „spirituell“ fühlen, sondern vor allem in Situationen, in denen sich das Leben ganz anders zeigt als erwartet und „unsere Knöpfe drückt.“

Hier zwei einfache Übungen, die uns helfen können, im Herzen zu bleiben:

 Wenn wir im Umgang mit anderen verwirrt oder aufgebracht sind und in Versuchung geraten uns abzureagieren, versuchen wir, den Raum bedingungsloser Liebe und Akzeptanz für uns aufrecht zu erhalten, damit wir anfangen können, Verantwortung für unsere Erfahrung zu übernehmen.

 In Situationen, in denen andere im Umgang mit uns verwirrt oder aufgebracht sind und dazu neigen sich abzureagieren, unterstützen wir sie darin, Verantwortung für ihre Erfahrung zu übernehmen, indem wir den Raum bedingungsloser Liebe und Akzeptanz für sie aufrechterhalten.

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